Kreidefarbe selbst herstellen

Meine liebste, leider vor 2 Jahren verstorbene Oma hat viel genäht. Vom schnellen Hosen umnähen bis zu Gardinen nähen konnte sie einfach alles und sie hat auch in England mal als Näherin gearbeitet.

Als ich Teenager war, haben meine Großeltern um die Ecke von uns gewohnt und ich bin abends oft rüber gegangen, damit mir Oma „naddeln“ beibringen konnte, wie wir es immer genannt haben. Wir hatten immer sehr viel Spaß dabei und ich erinnere mich gern an die Zeit zurück. Mein Talent fürs geradeaus nähen hielt sich zu dem Zeitpunkt schwer in Grenzen und Oma konnte schon nicht mehr richtig gucken, so dass wir eigentlich über Steppstich geradeaus und Faden einfädeln nicht besonders weit hinaus kamen. Zu einem späteren Zeitpunkt, als ich eine eigene Wohnung hatte, hat sie mir noch beigebracht, wie man Gardinen mit Kräuselband versieht und die Gardinen dann „hinzutzelt“.

Die ganzen Nähsachen hatte sie in einem alten kleinen Nähtischchen verstaut. Da Opa in seiner neuen Wohnung jetzt keinen Platz mehr für das kleine Tischchen hatte und er auch die Nähsachen darin nicht brauchen konnte, habe ich es bekommen und ich habe mich sehr darüber gefreut, weil es eben doch mit Erinnerungen verbunden ist.

Da es jedoch farblich eher Eiche-brutal war, habe ich mich entschieden, es hell anzustreichen. Bei Amy vom Einfallsreich habe ich schon so oft das tolle Ergebnis beim Streichen mit Kreidefarbe bewundert, so dass ich das unbedingt ausprobieren wollte.

Leider hatte ich sowohl im Baumarkt als auch in einem eigentlich sehr gut sortierten Farbfachgeschäft in München keinen Erfolg mit dem Versuch, Kreidefarbe zu kaufen. Da ich aber gerade Urlaub habe und außerdem viel zu ungeduldig bin, musste eine schnelle Lösung her.

Googeln ergab dann, dass man Kreidefarbe auch sehr einfach und fix selbst machen kann. Also bin ich nochmal zum Baumarkt getigert und habe alles nötige eingekauft.

Man benötigt:

Weißlack, matt
Gips
Abtönfarbe (wenns nicht weiß werden soll)

Das Verhältnis von Weißlack und Gips ist 3:1. Das heißt 3 Teile Farbe, 1 Teil Gips.

Der Gips wird zunächst mit etwas lauwarmen Wasser angerührt zu einem Brei und dann möglichst klümpchenfrei unter den Weißlack gegeben.

Ich wollte dem Tischchen einen ganz dezenten hellblau Anstrich verpassen. Zunächst sah es immer aus, als wäre die Farbe noch weiß, so dass ich noch etwas mehr Abtönfarbe zufügte. Und dann wars halt passiert und ich hatte etwas übermütig Farbe reingekippt. Konnte dann noch etwas blau wieder rauslöffeln, aber im Ergebnis ist das Ding jetzt richtig babyhellblau geworden. Naja, sei es drum, ich finde, es sieht auf jeden Fall besser aus als vorher.

Für die Zutaten kamen bei 375 ml Weißlack dann ca. 13 EUR zusammen, deutlich günstiger als gekaufte Kreidefarbe. Ich habe auch bestimmt noch 150 ml mindestens über, die ich in einem Schraubglas aufbewahre.

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