Gelesen im Oktober 2014

Paullina Simons – Tully

Ein Buch, das eigentlich die Überschrift „Gelesen im September/Oktober“ verdient hätte. Es war gefühlt wahnsinnig dick. In der Realität hatte es um die 620 Seiten, also so mitteldick.

Der erste Teil, in dem Tully noch ein Kind bzw. Teenager ist, hat mir sehr gut gefallen. Die Emotionen schwappten da sehr oft hoch, man fühlte Mitleid, Ärger, Trauer. Dieser Teil war teilweise richtig depressiv fand ich. Irgendwann kam eine Wendung und danach wurde es nach außen hin fröhlicher und positiver, doch in Tully drin sah es eigentlich aus wie vorher. Zuweilen nervte sie mich etwas, mit ihrer Unentschlossenheit bei der Partnerwahl. Dieses ständige hin und her und nicht wissen (wollen), was man eigentlich will.

Es gab eine Stelle nach ungefähr 400-450 Seiten, da wäre das perfekte Ende gewesen. Die Autorin hat sich meines Erachtens keinen Gefallen getan, noch 200 Seiten draufzulegen, dadurch wurde es sehr langatmig. Red Leaves und Road to Paradise von ihr haben mir viel besser gefallen.

Fazit: 3 Sterne

 
 
 
 

Ursula Krechel – Landgericht

Es gibt momentan eine Schwemme an Büchern, die in der Zeit des ersten oder zweiten Weltkrieges spielen. Nicht zuletzt wahrscheinlich auch, weil der erste Weltkrieg mittlerweile 100 Jahre her ist.

Doch dieses Buch ist anders als die anderen.

In Ursula Krechels Roman „Landgericht“, welches zu Recht den deutschen Buchpreis 2012 bekam, geht es um den Richter Richard Kornitzer, seinerseits jüdischer Abstammung, und um seine kleine Familie – seine Frau Claire, die eine Firma für Kinowerbung leitet, sowie die bald vorhandenen zwei Kinder.

Das Buch beschreibt eine andere Perspektive, als es die meisten tun. Richard Kornitzer flieht per Schiff  ins Exil nach Kuba, um dort als Einwanderer zunächst ein tristes Dasein mit all den anderen dort gestrandeten zu führen, bis er bei einem Anwalt als Handlanger arbeiten kann. Eines Tages trifft er im Bus auf eine Frau – eine Folgenschwere Begegnung, die in der Zeugung eines Kindes endet, während seine Ehefrau 10 Jahre lang in Deutschland auf ihn wartet. Die Familienzusammenführung nach Kriegsende funktioniert eher schlecht als recht, die Kinder waren zu klein, als sie nach England kamen, um sich noch großartig mit ihren deutschen Wurzeln und deutschen Eltern zu identifizieren. Eine Ehe, die 10 Jahre brach lag, zum Teil ohne jeglichen Kontakt, lässt sich auch nicht eben mal so wieder aufleben, doch der Wunsch danach ist natürlich groß, hat man doch so lange gewartet.

Ein bewegendes Buch über einen, der alles verlor, es zurück bekam und am Ende doch mit leeren Händen dasteht.

Fazit: 4 Sterne

 
 
Craig Lancaster – The Summer Son
 
Letztes Jahr habe ich von Craig Lancaster „600 Hours of Edward“ verschlungen – ein wahnsnnig gutes, bewegendes, aber auch lustiges Buch. Zufällig stieß ich darauf, dass in Kürze – genauer gesagt MORGEN – der Nachfolger davon erscheint.
 
Das nahm ich im Oktober zum Anlass, noch sein weiteres Buch „The Summer Son“ zu lesen, dass nicht mit den Edward-Büchern (Hilfe, das klingt nach Twilight – nö!) in Verbindung steht. Es geht um eine Vater-Sohn-Beziehung, die nach der Trennung der Eltern überwiegend in den Sommermonaten stattfindet, die der Sohn bei seinem Vater verbringt und ihm bei seiner Arbeit behilflich ist. Die Beziehung wird geprägt durch Missmut, Ablehnung, Alkoholismus und Ärger. Sein Bruder, der bei seinem Vater lebte, verschwindet eines Tages nach einem Streit und hinterlässt seinem Bruder ein paar Dollar „für den Notfall“.
 
Das Buch spielt auf zwei Ebenen, einerseits im „Jetzt“ – um den Erwachsenen Sohn, der in einer Ehekrise steckt und seine Frau ihm auferlegt, endlich eine Aussprache mit seinem Vater herbeizuführen, nachdem der Vater plötzlich täglich anruft, aber eigentlich nichts sagt. Entgegen der sonst erfolgten obligatorischen 2 Anrufe im Jahr war das schon verwunderlich. Er nimmt sich also frei, riskiert seinen Job, fährt zu seinem Vater und versucht die Vergangenheit gemeinsam aufzuarbeiten. Doch sein Vater stellt sich zunächst ziemlich stur, bis der Sohn in der Garage eine Entdeckung macht….
 
Fazit: wieder ein gutes Buch, 4 Sterne! Ich freue mich auf die Forsetzung der Edward-Geschichte.

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