Sayonara Japan! Ein kulinarischer Rückblick

Es war ein paar Wochen still hier im Blog. Zunächst war ich eine ganze Weile mit Urlaubsvorbereitungen und viel Arbeit im Büro beschäftigt, dann waren die Küchenschränke so gut wie leer gefuttert und es lohnte sich nicht mehr, diese nochmal aufzufüllen. Zudem gab es noch jede Menge Freunde zu treffen, die uns alle nochmal vor dem Urlaub sehen wollten und dies fand meist in einem Restaurant statt… so zogen die Wochen dahin.

Jetzt aber Schluss damit.

Denn es gibt endlich wieder etwas zum Bloggen. Nämlich die kulinarische Seite unserer Japan-Reise.

titelWir waren insgesamt gute 3 Wochen unterwegs. Der Post könnte also etwas länger werden… Da dies ja nun auch nicht unsere erste Asienreise war, gibt es am Ende auch noch einen Vergleich zu anderen asiatischen Ländern. Denn x ist bekanntlich nicht gleich y…

Eine Rundreise durch Farben und Formen.

Was in Japan als erstes auffällt, ist die bunte Variation an Farben, die das Essen hat. Damit meine ich nicht nur die verschiedenen Verpackungen der Fertigessen, die im Alltag anscheinend auch viel verspeist werden, sondern die Farbenpracht der einzelnen Lebensmittel. Ob das immer alles so natürlich ist, sei mal dahingestellt. Geschweige denn, dass man immer so wußte, was man da so vor sich hat.

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Snack zum Bier in einer Bar

Warning – You are entering a non-vegetarian zone.

Was ich überraschend schwierig fand war vegetarisch zu essen. Wenn es mal vegetarisch war, war es hingegen in der Regel gleich vegan. In keinem der asiatischen Länder, die wir bislang bereisten (Thailand, Vietnam, Laos, Kambodscha, Singapur) ist es mir so schwer gefallen, auf Fleisch und Fisch zu verzichten. Das liegt vermutlich auch mit daran, dass es in Japan anscheinend nur wenige reine Gemüsegerichte gibt, andererseits aber auch daran, dass Gemüse in der Regel in Form von eingelegtem Gemüse und daher in sehr kleinen Dosen auf den Tisch kommt. In den Suppen selbst schwimmt einem immer Mal ein Kohlblatt entgegen, aber die dominierenden Zutaten sind es nicht. Es wird viel frischer Fisch serviert und Fleisch – wie meine Erfahrung in allen asiatischen Ländern zeigte – eher in kleinerem Maße, mehr wie ein Gewürz als eine Hauptspeise, wenn man vom berühmten Kobe-Beef jetzt mal absieht. Dabei war die Auswahl an Gemüse in den verschiedenen Foodmärkten, die wir gesehen haben, durchaus ansehnlich:

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Foodmarkt in Kyoto

Relativ häufig gegessen haben wir Suppen. Diese gibt es – wie in vielen asiatischen Ländern – sehr oft schon zum Frühstück. In Japan allen voran die Miso-Suppe, die es immer und überall sowohl zum Frühstück als auch zum Abendessen dazu gab, insbesondere wenn man in eher traditionellen japanischen Unterkünften wie Ryokans oder Minshukus übernachtete. Dort wird in der Regel ein Zimmer mit Abendessen und Frühstück gebucht und es gibt keine Speisekarte, man nimmt was kommt. So kann es einem auch passieren, dass man nach einem Tag mit einer langen Wanderung plötzlich vor rohem Pferdefleisch und gegrilltem Grashüpfer sitzt.

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Abendessen in einer traditionellen japanischen Unterkunft

Regional unterschiedlich.

Ähnlich wie in Deutschland auch hat in Japan jede Region so ein wenig seine eigenen Spezialitäten. Als wir Teile des Nakasendo-Trails wanderten, waren dies neben dem Sashimi-Pferd u.a. Soba-Nudeln (Buchweizennudeln) in verschiedenen Varianten von warm bis kalt. Kalt fand ich sie jetzt nicht ganz so überzeugend, hingegen warm als Suppe jedoch schon.

In der Region um Kobe herum ist „Hauptattraktion“ das Kobe Rind. Daneben habe ich aber auch überall Gyoza gesehen. Das sind Teigtaschen mit Füllung, die erst gebraten und dann gekocht werden. Die haben mir sehr sehr gut geschmeckt. Auch hier war es aber wieder ein Rätsel, womit diese gefüllt worden sind. Ich werde mal versuchen, die Gyoza selbst zu machen.

 

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Typische Suppe, hier als 4 Personen Pott.

Internationale Küche.

Auch die Japaner haben mal keine Lust auf japanisches Essen. Insbesondere in Tokyo sind wir oft in Restaurants gelandet, wo wir später feststellten, dass es ein koreanisches Restaurant war. Dort gab es dann auch immer lecker-scharfes Kimchi, was ich auch unbedingt demnächst mal auf Vorrat kochen möchte.

Als wir in Kyoto von einer ausgiebigen Stadtbesichtigung hungrig wieder im Zentrum der (Küchen)macht waren, sind wir ins erstbeste Restaurant gelaufen, um dann festzustellen, dass es trotz japanischer Aufmachung außen sowie innen ein Italiener war. Nun ja, wir hatten schon unsere Getränke bestellt, bevor es uns dämmerte, aber gegen etwas Abwechslung – und vielleicht tatsächlich mal vegetarischem Essen – sprach nichts. So bestellte ich Spaghetti Arrabiata – eigentlich immer eine sichere Bank. Die asiatische Variante enthielt dann aber kleingeschnittene Würstchen. Soviel dazu…

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Asiatische Spaghetti Arrabiata

Was ich auch lustig fand, war das Toastbrot. Wir hatten überwiegend Airbnb-Wohnungen, so dass wir nicht in den Genuss von fertigem Frühstücksbuffet kamen, sondern selbst ran mussten. Die schnellste Variante ist da bekanntlich Käse auf Toast werfen. Hier reichte dann auch eine Scheibe Toast zum Frühstück, weil es so unglaublich dick war. Bestimmt 2 cm. Was aber auch dazu führte, dass eine kleine Packung Toast maximal 3 Scheiben enthielt… Die Japaner essen nicht so viel Käse, dass ist doch eher westlich geprägt. Diese Cheddar-ähnliche Variante von Kraft kam schon vorgeschnitten daher. Sehr praktisch. Auf sehr leckerem Walnuss-Toast im Übrigen.

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Schleckermäulchen.

Die Japaner scheinen auf jeden Fall kleine Süßmäuler zu sein. Es gibt eine unglaubliche Vielfalt an süßen Speisen. Als wir in Kyoto einen Tempel besuchten, reihte sich am Ende eine Fressmeile ein. In Japan sind Straßenstände mit Essen weniger verbreitet als in Thailand oder Laos, daher hab ich mich doch ziemlich gefreut. Ich habe mich für Süßkartoffeln entschieden, die frittiert wurden und dann mit Zucker bestreut waren. Ich hatte angenommen, dass es sich um Salz handelt, aber weit gefehlt. Hat geschmeckt, aber die herzhaften Varianten von Süßkartoffeln schmecken mir besser, zumal diese ja schon eine ziemliche Eigensüße haben.

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oben: jin deui – mit roter Bohnenpaste gefüllte Sesambällchen,                                                                  unten: eine Art Pasteis de Nata

In einem unserer Unterkünfte fanden wir als complimentary Snacks die lustigen Schokopilze vor. Solche haben wir auch noch mitgenommen, sind sehr lecker. Das untere Ende ähnelt ein bisschen einem Cracker vom Geschmack. Ansonsten haben wir uns noch jede Menge KitKat mitgebracht, die gibt es dort nämlich in den wildesten Sorten: Wasabi, Erdbeer-Cheesecake und Grüntee, welche mit roter Bohnenpaste und Kirschblüte…

pilzkeks

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