Bánh mì – oder: A trip down memory lane

Wir reisen heute in das Jahr 2011 zurück. Seid ihr bereit für einen kurzen Trip nach Vietnam an diesem März-Wochenende? Dann mal los.

Ende Oktober 2011 zog es uns das erste Mal nur mit einem Rucksack bepackt nach Asien, genauer gesagt Vietnam. Zwar waren wir schon vorher mal Singapur, doch das hielt ich bis dahin für deutlich westlicher und moderner, als Vietnam. Ist es im Grunde auch, gar keine Frage. Allerdings war meine Vorstellung von Vietnam dann doch noch etwas verstaubt, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich konnte mir partout nicht vorstellen, mit einem Rollkoffer über staubige Straßen Hanois oder Saigons zu ziehen und besorgte mir erstmal umgehend einen großen Rucksack (um es abzukürzen: packt ruhig einen Koffer, es gibt stinknormale Straßen 😉 ).

Wir flogen zunächst nach Hanoi und wurden erstmal erschlagen von den ganzen Rollern auf den Straßen. Wie vermutlich jeder Tourist kamen wir erstmal eine Weile nicht über die Straße, weil sich in einem alles sträubt, einfach so rüber zu gehen, wenn doch so viele Fahrzeuge kommen. Hilft aber nix – ab durch die Mitte und bloß nicht verlangsamen oder gar ausweichen!

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Hanois Altstadt lebt von seinen kleinen Gassen und Straßen, es ist wuselig, es ist laut, es ist – staubig. Kein Wunder, dass die meisten Vietnamesen Mundschutz tragen. Am ersten Abend ließen wir uns noch vom Hotel ein Restaurant empfehlen. Es lag direkt um die Ecke und war damit sehr gut gelegen nach einem langen Flug. Ich erinnere mich sehr gut, dass alle in der Küche eine Haube trugen, umso verwunderlicher war es, dass der Wasserspinat, den ich bestellte, voller Haare war. Und wenn ich voller Haare sage, meine ich voller Haare. Gleich das erste Essen ging also zurück. Fing ja gut an, dachte ich, und spülte den Ekel mit herrlichem Saigon-Bier in der nächsten Bar runter.

Zum Glück war das das einzige Erlebnis dieser Art. Ansonsten haben wir nahezu ausnahmslos gut gegessen. Vegetarisch zu essen war schwieriger, als ich es erwartet hatte. Vielfach auch wegen der Verständigungsprobleme, es sprechen nur wenige Vietnamesen Englisch. Ich erinnere mich da an eine Konversation im Restaurant:

ich „without meat, please!“

Kellner: „okay, yes yes. Chicken!“

ich „Sorry, no meat please!“

Kellner „Yeeesss, chicken!“

Ein Abendessen ist uns beiden jedoch als besonders lecker in Erinnerung geblieben – vielleicht weil es so unerwartet war. Wir haben nämlich eine 3-tägige Schippertour auf einem Touri-Boot in der Halong-Bucht gemacht. Etwas, was ich jedem empfehlen würde. Einfach ein Traum! Und das, was die Skipper an Board für Essen gezaubert haben, in dieser winzigen Boardküche… unglaublich! Am Abend saßen wir auf dem Deck mit lauter internationalen, spannenden Leuten, haben gequatscht und die Sonne untergehen sehen.

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Anschließend ging es mit dem Nachtzug nach Hoi An. Das war lustig. Wir teilten die Kabine mit einer Indonesierin und einem Holländer – einem Ehepaar auf Geschäftsreise. Sie war einfach ultrawitzig und – im Gegensatz zu uns – gut vorbereitet und mit Essen und vor allem Toilettenpapier ausgestattet.

Hoi An liegt ungefähr in der Mitte des recht langgezogenen Vietnams mit seinen verschiedenen Klimazonen. Gerade an dem Tag, als wir Räder mieteten und zum nächstgelegenen Strand radelten, hat es monsunartig geregnet. Am Strand war eine einsame Schmuckverkäuferin und genau 2 Touristen – wir. Wir unterhielten uns eine ganze Weile mit ihr und erfuhren viel über das Leben als Frau und Ehefrau in Vietnam (und kauften ihr ihren normalen Tagessatz ab und schickten sie damit in den Feierabend). In Hoi An belegten wir auch einen Kochkurs in der Red Bridge Cooking School. Zunächst ging es zusammen einkaufen auf einem Markt, bevor wir selbst an den Kochtopf mussten. Erst wurde vorgeführt, dann nachgekocht. Noch dazu in einmaliger Lage, die man nur per Boot erreichte. Würde ich sofort weiterempfehlen. Unter anderem zauberten wir diesen Salat in Ananas:

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Unser nächster Stopp war dann Saigon. Um es kurz zu fassen – kann man auslassen. Viel viel westlicher, als Hanoi, viel weniger Charme und irgendwie langweilig. Uns kam es sehr gelegen, dass wir nach 3 Tagen weiter den Mekong entlang gen Süden zogen. In der Gegend rund um Rach Gia stieß dann auch Amy vom Einfallsreich nebst Begleitung zu unserer Reisegruppe dazu. Gemeinsam verbrachten wir dann noch ein paar Tage im Mango Bay Resort auf Phu Quoc, einer traumhaft schönen Insel im Süden des Landes. Wir hatten viel Spaß und den einen oder anderen Cocktail. 😉 Wir denken gern daran zurück und hoffen, dass wir es jetzt auch irgendwann mal schaffen, uns mal wieder zu treffen.

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Auf solchen Märkten wie hier und auch sonst überall auf den Straßen gab es oft Bánh Mì. In diesem Sinne mal einen schönen Gruß und Dank an die Franzosen, die den Vietnamesen ihr Baguette da ließen. Für unseren Trip down memory lane gab es heute ein vegetarisches Bánh Mì.

Für 2 zum Abendessen benötigt ihr:

1 Baguette

Mayonnaise

Koriander

1 Karotte

1 kleine Gurke

Räuchertofu

1 Stängel Zitronengras

Knoblauch

Sesamöl

Chili, Salz, Zucker

Zunächst den Knobi kleinhacken, nach Belieben etwas Zitronengras hacken und beides mit etwas Sesamöl, je einer Prise Salz, Zucker und Chili vermengen. Den Tofu in Scheiben schneiden, mit der Mischung einreiben und von beiden Seiten knusprig braten. In der Zwischenzeit das Baguette vierteln und in der Mitte durchschneiden. Gurke und Karotte in Streifen schneiden, Koriander putzen und grob hacken.

Das Baguette mit den Zutaten füllen und zum Schluss Mayonnaise zufügen. Ich habe eine Mischung aus normaler Mayo und Chili-Mayo genommen. Banh mi

Und was ist jetzt natürlich passiert? Ich habe wieder Lust, nach Vietnam zu reisen. Dabei dachten wir noch letztes Jahr nach Japan, dass wir jetzt eigentlich fertig wären mit Asien – zunächst jedenfalls mal.

In diesem Sinne – MAKE PHO NOT WAR! (oder Bánh Mì)

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