Die jüdische Küche – zum Nachkochen

Vor kurzem habe ich euch einen kleinen kulinarischen Einblick in unseren Israel-Trip Anfang Februar gegeben. Jetzt habe ich uns – und wenn ihr wollt, auch euch – Israels kulinarische Seite nach Haus geholt. Vielmehr die jüdische Küche, denn die israelische Küche ist von vielen Stilen beeinflusst und hat eigentlich nicht unbedingt „ein eigenes ich“.

Dazu passend gibt es ein sehr schönes Kochbuch, was ich euch heute gern vorstellen möchte, nämlich „Die jüdische Küche“ von Annabelle Schachmes, erschienen im Südwest Verlag. Es fällt mir immer öfter auf, dass der Südwest Verlag sehr viele, insbesondere schön aufgemachte Kochbücher im Angebot hat. Die hatte ich bislang immer gar nicht so auf dem Schirm.

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Für Fotografie-Interessierte und Aufmachungsfanatiker wie mich ist das Buch eine Augenweide, denn es hat eine sehr stimmige, schöne Farbkomposition und viele Fotos, nicht nur von den Rezepten, sondern auch von dem Leben an sich. Sehr zu meiner Freude jede Menge in schwarz-weiß. Im hinteren Teil findet sich eine Erläuterung jüdischer Feiertage – zum Beispiel, dass der Sabbat von Freitag Abend bis Samstagabend daran erinnern soll, wie wichtig es im Arbeitsleben ist, zur Ruhe zu kommen und innere Einkehr zu halten. Das finde ich einen guten Ansatz. Das man während der Sabbat-Zeit jedoch keine elektrischen Geräte bedienen darf, also auch z.B. keinen Aufzugknopf drücken darf, ist mir dann schon wieder zuviel des Guten. 😉

Aufgeteilt ist das Kochbuch relativ klassisch – nach einer Einleitung folgenden Vorspeisen, Hauptgerichte, Beilagen, Suppen, aber auch ein Ausflug in den Bereich Street Food und New Yorker Delis fehlt hier nicht. Zu guter letzt finden sich dann auch Desserts noch wieder.

Wir haben Freunde zum Dinner eingeladen, die Fleischesser sind. Das ist der einzige Manko des Buches – in den Hauptgerichten habe ich nicht sonderlich viel vegetarische Gerichte finden können. Aber – in Israel wird überraschenderweise auch relativ häufig Schnitzel gegessen, so dass ich da etwas tricksen konnte und einfach ein Valess-Schnitzelchen genommen habe.

Unsere Vorspeisen:

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Ganz klassisch gab es natürlich erstmal Hummus. Das Pitabrot, welches ich dazu aus dem Kochbuch nachgebacken habe, ist nicht abgebildet. Schmeckte aber ganz gut, ich hatte es abgewandelt und den Teig mit Chiliflocken und schwarzem Sesam. Oliven und sauer eingelegte Gürkchen dürfen natürlich nicht fehlen. Besonders gelungen fand ich jedoch den israelischen Salat:

Für 4 Personen als Vorspeise:

4 Tomaten

1 rote Paprika

1 rote Zwiebel

1 Gurke (ich habe nur 1/2 genommen)

1 Bund glatte Petersilie

Saft von 1 Zitrone (hier auch wieder nur 1/2 genommen)

3 EL Olivenöl

Salz, Pfeffer, Chili

Der Trick an dem Salat ist, dass alles wirklich sehr sehr klein geschnitten wird und daher eine sehr feine Note entwickelt. Den Bund Petersilie ebenfalls klein hacken und zufügen, der gibt dem Salat seinen typischen Geschmack. Dann mit Zitronensaft, Olivenöl und nach Geschmack den Gewürzen vermengen.

israelischer Salat

Als weitere Vorspeise hatten wir – wie soll es auch anders sein – Falafel. Dabei habe ich die Falafel – nicht nur mangels Friteuse – im Backofen zubereitet. Sie waren dadurch lange nicht so mächtig, wie sie es manchmal sonst sind. Schließlich gibt es ja auch noch mehr zu essen 😉

Für 4 Personen:

2 Dosen Kichererbsen á 400 g

3 Knobizehen

1 Bund glatte Petersilie

1/2 eingelegte Zitrone (hatte ich nicht)

3 TL Zitronensaft

1 TL gemahlener Kreuzkümmel

1 TL gemahlener Koriander

Salz, Pfeffer

30g Mehl

1 Prise Backpulver

Kichererbsen abgießen und abtropfen lassen. In der Küchenmaschine zusammen mit Knoblauch und Petersilie und Gewürzen zu einer grob gehackten Masse verarbeiten (oder mit dem Kartoffelstampfer). Mehl und Backpulver zufügen. Im vorgeheizten Backofen auf 200 Grad auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und leicht einölen. Die Falafel für 30 Min. backen.

Falafel

Nächstes Mal würde ich sie vermutlich nicht ganz so grob lassen, dadurch fielen sie leicht auseinander.

Als Hauptspeise gabs es wie gesagt dann ein Schnitzel. Dazu habe ich Couscous mit fritiertem Blumenkohl und Pinienkerne gereicht. Das war eine schöne Beilage und glücklicherweise kann ich bei Couscous die Menge nie richtig abschätzen, so dass ich noch genug für heute und für morgen über habe und es somit schon eine leckere Lunchbox für die Mittagspause gibt.

Für den Couscous mit dem Blumenkohl habe ich Couscous in selbstgemachter Brühe quellen lassen, dass gibt deutlich mehr Geschmack, als wenn er nur in Wasser quillt. Der Blumenkohl wird in Röschen geschnitten, kurz (2 Min.) in Salzwasser gegart und dann sofort in kaltes Wasser gegeben, um den Garprozess zu stoppen. 30 g Mehl in eine Schüssel mit Deckel geben, den abgetropften (wichtig!) Blumenkohl in die Schüssel geben, Deckel drauf und mehrfach schütteln, damit sich das Mehl verteilt. Dann in einem großen Topf Öl erhitzen und den Blumenkohl darin frittieren. In einer Pfanne eine Handvoll Pinienkerne rösten. Den Couscous mit Salz, Chili, etwas Zitronensaft und Petersilie würzen. Alles zusammen anrichten und mit einem Dressing aus Olivenöl, Senf, Weißweinessig und Gewürzen übergießen.

Auf dem Foto ist nur noch wenig Blumenkohl und Pinienkerne erkennbar – ich war etwas spät dran.

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Es hat Spaß gemacht, sich ein ein Stück Israel nach Haus zu holen und nochmal in Urlaubserinnerungen zu schwelgen. Vielen Dank an den Südwest Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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2 Gedanken zu “Die jüdische Küche – zum Nachkochen

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